Wirtschaftliche Leistung | 201-2

Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen

Unsere Abteilung Corporate Sustainability bewertet regelmäßig unternehmensweit klimabedingte Risiken. Das Risikomanagement im Hinblick auf Risiken und Chancen des Klimawandels wird vom Vorstand und vom Aufsichtsrat halbjährlich überprüft. Prozessbezogene Risiken wie Strategie, Finanzen, Supplychain, Regulatory, Innovation, Sourcing, Compliance, Recht, etc. sind mit marktbezogenen Risiken wie Trade/Market, Business/Commercial und Finance verknüpft. Ziel dieses Verfahrens ist es, wesentliche Risiken zu identifizieren und zu bewerten, um die positive Geschäftsentwicklung des Symrise Konzerns sicherzustellen.

Alle Risiken, einschließlich klimabezogener Risiken, werden auf regionaler Ebene mit Hilfe regionaler Expertise identifiziert und bewertet. Sie decken das gesamte Spektrum der klimabezogenen Fragen ab (Übergangs- und physische Fragen). Die Risiken werden auf Bruttorisikobasis bewertet. Das Bruttorisiko ist definiert als Risiko ohne Minderungskontrolle. Die Risiken sind nach den Kriterien "EBIT-Effekt" und "Wahrscheinlichkeit" zu analysieren.

Der Klimawandel im Zusammenhang mit neuen Geschäftsmöglichkeiten durch neue Technologien und Produkte, was zu möglichen neuen Umsätzen, Alleinstellungsmerkmalen und erhöhter Reputation führt, sind die Hauptkriterien für die Festlegung von Prioritäten im Hinblick auf Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Chancen erfordern typischerweise Investitionen in Anlagen, F&E oder M&A. Bei der jeweiligen Investitionsentscheidung werden die Übereinstimmung mit unserer Geschäftsstrategie (d.h. die Stärkung unseres Kerngeschäfts), finanzielle Leistungsindikatoren wie ROIs und die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts berücksichtigt.

Unser multidisziplinäres, unternehmensweites Risikomanagement im Hinblick auf Risiken und Chancen des Klimawandels wird halbjährlich vom Vorstand und vom Aufsichtsrat überprüft.

Risikobeispiel:

Madagaskar liefert 80 % der weltweit verwendeten Vanille. Der tropische Wirbelsturm Enawo traf Madagaskar 2017 und beschädigte Tausende von Vanillepflanzen, was zu einem weltweiten Preisanstieg führte. Der Preis für Vanilleschoten hat ein Rekordhoch von mehr als 600 USD/kg erreicht. Wir bewerten dieses Risiko, indem wir das gekaufte Vanillevolumen mit einem geschätzten Preis von sogar 900 USD/kg multiplizieren. Um unser Gesamtexposition abzuschätzen, müssen wir die potenziellen klimabedingten Kosteneffekte für alle Früchte, die solchen Effekten ausgesetzt sind, addieren, berechnet aus Einkaufsmengen multipliziert mit einem geschätzten Preisanstieg. Dies führt zu einer Schätzung unserer „Rohstoffkosten beim Klimarisiko" von rund 50 Mio. €. Weitere Informationen zu unserem Engagement auf Madagaskar finden Sie hier.

Chancenbeispiel:

Derzeit entfallen 20 % unseres Umsatzes auf Kunden, die sich explizit mit Klimafragen befassen und uns bitten, am Supply Chain CDP teilzunehmen. Dies entspricht einem Umsatz von rund 600 Mio. €. Im Durchschnitt wird ein jährliches Umsatzwachstum mit diesen Kunden von rund 6 % erwartet. Um die Strategie der Kunden zu unterstützen, müssen wir Zugang zu Kernlisten erhalten, die als Mindestanforderung auch Nachhaltigkeitskriterien enthalten. Wir gehen davon aus, dass unsere Anstrengungen zur Erfüllung dieser Anforderungen zu einem zusätzlichen Umsatzanstieg von 1,5 % führen werden. Daraus ergibt sich für Symrise ein jährliches Wachstumspotenzial mit klimasensitiven Kunden von rund 45 Mio. €.

Eine genauere Beschreibung unseres Ansatzes sowie weitere Details zu Risiken und Chancen finden Sie in unserer Antwort zum CDP Climate Change Fragebogen unter C2. Risks and opportunities unter www.cdp.net

Als eines von derzeit weltweit 513 Unternehmen unterstützt Symrise seit 2018 darüber hinaus die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Eine Kurzbeschreibung unserer diesbezüglichen Aktivitäten finden Sie im Unternehmensbericht 2018 auf Seite 97.