Strategie | 102-15

Wichtige Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wir sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz untrennbar miteinander verbunden sind. Die Unternehmensstrategie von Symrise beruht auf den drei Pfeilern Wachstum, Effizienz und Portfolio. Sie bezieht auf allen Ebenen Aspekte der Nachhaltigkeit ein, um den Unternehmenswert dauerhaft zu steigern und Risiken zu minimieren.

Mit unserem Geschäftsmodell tragen wir zur Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse nach Gesundheit, Ernährung, Pflege und Wohlbefinden bei. Dabei ist es unserer Meinung nach entscheidend, auf welche Art und Weise unser Unternehmen wächst und erfolgreich ist. Viele der herkömmlichen Produktionsprozesse unserer Branche sind energieintensiv, setzen potenziell klimaschädliche Emissionen frei und nutzen wertvolle natürliche Ressourcen. Gleichzeitig sind wir für innovative und nachhaltige Produkte auf eine neue Generation gut ausgebildeter Mitarbeiter ebenso wie auf eine reichhaltige Artenvielfalt angewiesen, aus der wir Kreativität und Inspiration schöpfen können.

Wir sind der Überzeugung, dass nur eine erweiterte Betrachtung über enge Unternehmensgrenzen hinaus unser Wachstum langfristig sichert, unsere Effizienz steigert und uns dazu befähigt, unser innovatives und nachhaltiges Produktportfolio weiter zu entwickeln. Unsere integrierte Unternehmensstrategie wird deswegen gestützt von den vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda: Footprint, Innovation, Sourcing und Care. In diesen Bereichen wollen wir die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit konsequent minimieren und unseren gesellschaftlichen Mehrwert steigern. Dabei tragen wir aktiv zur Erreichung der Sustainable Development Goals bei. Die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Kontext von Nachhaltigkeit und die Erwartungen der Stakeholder an Symrise haben wir systematisch anhand einer Wesentlichkeitsanalyse bewertet (siehe auch 102-46).

Um die mit unseren Nachhaltigkeitsherausforderungen verbundenen Chancen und Risiken zu identifizieren, haben wir ein konzernweites Risikomanagementsystem etabliert. Dieses schließt nachhaltigkeitsrelevante Themen als Unterkategorie fast aller anderen Risikokategorien – von den Umfeld- und Branchenrisiken über die Beschaffungs- und Produktrisiken bis hin zu den Betriebsrisiken – mit ein. Chancen und Risiken, insbesondere in Bezug auf Klimawandel, Wasser, Wald und Biodiversität, werden vom Nachhaltigkeitsboard mindestens zweimal jährlich und über einen Horizont von mehr als sechs Jahren bewertet (siehe auch 201-2).

Wachstum

Unser Nachhaltigkeitsengagement und die Kommunikation darüber betrachten wir als konkrete Chance, um Wachstum für Symrise zu sichern und einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Die entscheidenden Einflussgrößen sind dabei zum einen zunehmende regulatorischen Entwicklungen (z.B. in den Bereichen Klima oder Menschenrechte), steigende konkrete Anforderungen unserer großen Kunden hinsichtlich der Nachhaltigkeitsleistung unserer Produkte sowie Investitionsentscheidungen des Kapitalmarkts, die in immer stärkerem Maße von der Nachhaltigkeitsorientierung unseres Kerngeschäfts abhängen.

Eine der zentralen Grundlage für das Wachstum unseres Geschäfts sehen wir insbesondere im Erhalt der Biodiversität sowie im Engagement für das Tierwohl. Biologische Vielfalt ist die Grundlage für sichere Ernährung, ermöglicht und fördert guten Geschmack sowie Gesundheit und Wohlbefinden. Sie steht damit im Kern unseres Geschäftsmodells und ist zentral für unsere Wachstumsmöglichkeiten (siehe auch Managementansatz Biodiversität). Das Thema Tierwohl ist ein zweiter wichtiger Wachstumsfaktor, bei dem durch ein steigendes Verbraucherbewusstsein Märkte für Produkte entstehen, bei denen hohe Standards für Tierwohl bestehen und ein Mehrpreis akzeptiert wird (siehe auch Managementansatz Tierwohl).

Unser Nachhaltigkeitsengagement dient gleichzeitig auch dazu, Risiken, die unser Wachstum gefährden können, zu minimieren. Dies betrifft in besonderem Maße Risiken, die aus unserer weltweit verzweigten Lieferkette heraus entstehen können. Konkret können dabei zum einen durch Folgen des Klimawandels oder Naturkatastrophen Lieferausfälle wichtiger Rohstoffe entstehen. Zum anderen entstehen durch potenzielle Missachtung von Umwelt- oder Sozialstandards bei unseren Lieferanten Reputationsrisiken, die sich auf Symrise auswirken. Durch unser nachhaltiges Lieferantenmanagement tragen wir proaktiv dafür Sorge, dass diese Risiken minimiert werden (siehe auch Managementansatz Beschaffungspraktiken, Umweltbewertung der Lieferanten sowie Soziale Bewertung der Lieferanten).

Effizienz

In der weiteren Professionalisierung unseres Nachhaltigkeitsmanagements sehen wir große Chancen, die Effizienz unserer Geschäftstätigkeiten zu steigern und gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren. So haben Energiekosten einen wesentlichen Einfluss auf unsere Profitabilität und damit auch unsere Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus erfüllen wir die Erwartungen unserer Kunden und sind in der Lage, Mehrwert zu schaffen, indem auch unsere Kunden ihre CO2-Ziele erreichen (siehe auch Managementansatz Energie und Emissionen). Wir haben alle deutschen Standorte nach den Vorgaben für ein systematisches Energiemanagment (ISO 50001) zertifizieren lassen und haben Maßnahmenpläne entwickelt, um unsere Energieeffizienz zu erhöhen. An den anderen europäischen Standorten wurden gemäß Energieeffizienzrichtlinie (EED) Energieaudits durchgeführt. Auch für die meisten anderen Produktionsstandorte ist eine Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem (ISO 14001) umgesetzt, unterstützt durch unsere TPM-Teams, die regelmäßige Analysen der Fertigungsprozesse durchführen, um Energie zu sparen und die Prozesseffizienz nachhaltig zu steigern.

Die Erhöhung der Ökoeffizienz im Bereich Abfall und Abwasser ist daneben ein weiterer Bereich, bei dem wir die Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks mit Effizienzgewinnen für Symrise kombinieren. Mit der kontinuierlichen Reduktion des chemischen Sauerstoffbedarfs in unserem Abwasser verringern wir nicht nur den Aufwand, der bei der Reinigung unseres Abwassers in kommunalen Kläranlagen entsteht, sondern vermeiden zudem Prozessverluste in der Produktion bei Symrise (siehe auch Managementansatz Abwasser und Abfall).

Mit Blick auf unsere Mitarbeiter zielen unsere Bemühungen zur Sicherstellung eines gesunden und sicheren Arbeitsplatzes auf eine Verringerung krankheitsbedingter Ausfallzeiten und die Steigerung der Arbeitsmotivation ab (siehe Managementansatz Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz). Umgekehrt bestehen hierbei potenzielle Risiken, die aus einer hohen Unfall- und Krankheitsquote resultieren. Als Konsequenz des Anstiegs unserer Unfallquote im Jahr 2017 haben wir im Dezember 2017 mit umfangreichen Schulungen der oberen Führungskräfte begonnen. Zugleich wurde die Anzahl der Management Safety Visits erhöht und spezielle Schulungen und Kampagnen zu den Hauptunfallursachen durchgeführt. Dabei wurden auch spezielle Trainings für neue Auszubildende gestartet. Durch diese Maßnahmen konnte unsere Unfallquote (MAQ3) von 4,7 im Jahr 2017 auf 4,1 im Jahr 2018 gesenkt werden. Da wir davon ausgehen, dass viele unserer Maßnahmen einen längeren Zeithorizont benötigen, um die gewünschte Wirkung zu zeigen, haben wir unser ursprüngliches Ziel eines MAQ < 2 angepasst. Bis 2020 streben wir nun einen MAQ < 2,5 an und möchten bis 2025 einen MAQ von < 1,5 erreichen.

Produktportfolio

Mit der stetig wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen Produkten nehmen auch die Wachstumschancen zu, die Symrise mit der Konzentration auf innovative und nachhaltige Produkte gezielt wahrnehmen will.

Für jede unserer strategischen Produktgruppen entwickeln wir ein individuelles Nachhaltigkeitskonzept. Nachhaltigkeit selbst ist dabei für uns ein starker Innovationstreiber: Indem wir strenge Nachhaltigkeitskriterien in der Produktentwicklung einhalten, maximieren wir den sozialen und ökologischen Mehrwert der Produkte und schaffen Wert für Kunden und Stakeholder. Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produktlösungen leistet unser selbst entwickeltes „Product Sustainability Scorecard System“. Das extern geprüfte Verfahren ermöglicht es, umweltrelevante Wirkungen von Rohstoffen und Produkten systematisch zu erfassen und in einer wissenschaftlich fundierten Analyse zusammenzustellen. Die zehn einbezogenen Nachhaltigkeitsdimensionen umfassen unter anderem die Rückverfolgbarkeit, den Wasserverbrauch und den Einfluss auf die Biodiversität in der Lieferkette, ebenso wie die biologische Abbaubarkeit des Produkts. Damit können wir die jeweiligen Nachhaltigkeitsvorteile der Produkte gegenüber konventionellen Alternativen für unsere Kunden transparent darstellen.

Wir entwickeln unsere Produkte vor allem in den Regionen, in denen wir sie verkaufen. Die unterschiedlichen Marktanforderungen, auf die wir damit reagieren, stellen uns dabei aber auch gleichzeitig vor Herausforderungen. So stehen je nach Region unterschiedliche Nachhaltigkeitsthemen und Konsumentenpräferenzen im Fokus. Unsere Segmente setzen deshalb konsequenterweise verschiedene Schwerpunkte, um maßgeschneiderte Produktlösungen anbieten zu können.

Für die kontinuierliche Integration von Geschäft und Nachhaltigkeit haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Ein nachhaltiges Wachstum erreichen wir nur, wenn unsere ökonomischen Bestrebungen auf vorausschauende und verantwortungsvolle Weise umgesetzt werden. Unsere wirtschaftlichen Ambitionen werden daher im Sinne unserer integrierten Unternehmensstrategie von Zielen und Maßnahmen entlang der vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda ausgestaltet.