Pionier-
leistung

Mit dem weltweit anerkannten FSC-Zertifikat zum Schutz der Wälder wurden bisher nur Papier- und Holzprodukte ausgezeichnet. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Großkunden L’Oréal hat Symrise nun als erstes Unternehmen überhaupt einen flüssigen Rohstoff zu dieser Zertifizierung gebracht: Das Rohsulfat-Terpentinöl, ein Beiprodukt aus der Papierindustrie, das in unzähligen Duftmischungen eingesetzt wird.

Das Rohsulfat-Terpentinöl wird aus der industriellen Verarbeitung von Pinienholz gewonnen.

Terpen-basierte Inhaltsstoffe wie Citronellol, Geraniol, Dihydromyrcenol oder Linalool sind fundamentale Bausteine für einen Parfümeur. Sie werden als wichtige Rohstoffe in durchschnittlich 30 % aller Duftmischungen, die Symrise an seine Kunden verkauft, verwendet. Grundlage für das Material, das Symrise in einem kom­plexen Prozess herstellt, ist ein Beiprodukt aus der Papierindustrie: das Rohsulfat-Terpentinöl. Es wird aus der indus­triellen Verarbeitung von Pinienholz gewonnen. Die Bäume werden im Südosten der USA schon länger in Plantagen angebaut, die als nachhaltig zertifiziert sind. Diesen Schritt hat Symrise nun auch für Duftstoffe geschafft: „Wir können als erstes Unternehmen in der Industrie auch unser Rohsulfat-Terpentinöl und damit unsere Produkte mit einem FSC-Zertifikat auszeichnen“, sagt Dale Hobson, der am Symrise Standort in Florida als Vice President für die strategischen Rohstoffe zuständig ist.

Dass ein flüssiges Produkt, das über viele Wege aus Holz gewonnen wird, mit einem der bekanntesten Zertifikate versehen wird, ist ebenfalls eine Besonderheit. „Der Forest Stewardship Council, der 1993 nach dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro gegründet wurde, vergibt sein Siegel nur dann, wenn seine strikten Bedingungen erfüllt werden“, erklärt Hobson. „Wir sind sehr stolz darauf, dass das funktioniert hat – auch deswegen, weil es für die gesamte Industrie einen positiven Impuls in Richtung Nachhaltigkeit bedeuten kann.“

Die Idee zu dem Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit L’Oréal. „Das Unternehmen hat im Jahr 2014 ein umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm namens ,Sharing Beauty with All’ ins Leben gerufen, um bis 2020 die eigene Rohstoffbasis zu optimieren: Alle erneuerbaren Rohstoffe sollen nachhaltig eingekauft oder mit Technologien der ,Grünen Chemie’ hergestellt werden“, sagt Claire Viola, die bei Symrise als Global-Account-Director für den Großkunden und als Mitglied des Symrise S&C Sustainability Boards die Zertifizierung begleitete. „Wir sind von Anfang an Partner in dem ,Sharing Beauty with All’-Programm und haben uns beim FSC-Projekt gemeinsam als zwei Branchen-Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit auf den Weg gemacht.“

Der Weg zum Zertifikat dauerte vom ersten Gespräch bis zur Ausstellung zwei Jahre. „Es wusste ja niemand, wie das geht, weil es keine Vorbilder gab“, sagt Dale Hobson. „Unser Team in Florida hat eng mit dem FSC zusammengearbeitet. Wir haben dem Zertifizierer erklärt, wie das Rohsulfat-Terpentinöl als Beiprodukt der Papierproduktion entsteht und wie nachhaltig es ist, dieses als Ausgangsprodukt für unsere Moleküle zu nutzen.“ Gemeinsam wurden auch sämtliche Stakeholder wie die Papierfirmen und die Waldbesitzer in das Projekt integriert.

„Heute zählen Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu den neuen und wichtigsten Regeln und Argumenten auf den Märkten. Mit der FSC-Zertifizierung tragen wir dazu bei, die Industriestandards für Duft-Rohstoffe zu verbessern – in diesem Fall aus Kiefern“, sagt Claire Viola und ergänzt: „Symrise hat sein starkes Engagement für nachhaltige Innovationen unter Beweis gestellt – und weil wir von Anfang an mit L’Oréal zusammengearbeitet haben, können wir einem unserer wichtigsten Kunden einen besonderen Wert und Differenzierungsmöglichkeiten im Wettbewerb bieten.“

»Wir können als erstes Unter­nehmen in der Industrie auch unser Rohsulfat-Terpentinöl und damit unsere Produkte mit einem FSC-Zertifikat auszeichnen.«

Dale Hobson
Vice President, Strategic Materials and Business Development