Christine RuizSymrise, USAAntoine CoursaultDiana Food, FrankreichLucia YeSymrise, ChinaVictoria Ramirez TellezSymrise, MexikoNorbert KahmannSymrise, DeutschlandG. LakshmananSymrise, Indien

Karriere-
pfade

Vom Gabelstaplerfahrer zum Kundenservice-Mitarbeiter, vom Kraftfahrer zum Halal- und Kosher-Experten, direkt aus dem Studium in den Job, aus Frankreich nach Mexiko und zurück: Bei Symrise arbeiten etwa 10.000 Menschen, die wahrscheinlich ebenso viele Wege eingeschlagen haben, um im Konzern Karriere zu machen. Sechs Beispiele zeigen, wie unterschiedlich diese sein können – und wie das Unternehmen sie durch Weiterbildungsmaßnahmen und gezielte Planung, aber auch durch viel Offenheit und Flexibilität unterstützt.

Symrise, USA
Christine Ruiz

Alter28

FamilienstandSingle

GeburtsortUSA

HeimatstadtFair Lawn, New Jersey, USA

Die Branche, in der ich heute arbeite, ist im Grunde genau das, was ich immer wollte. Ich habe Biologie studiert und während des Studiums bemerkt, dass ich zunehmend Interesse an dem Zusammenhang zwischen unserem Körper und unserer Ernährung entwickelt habe: Wie wir auf Lebensmittel reagieren zum Beispiel oder was nötig ist, um unsere Zellen zu erhalten. Beruflich bin ich bei einem großen Konsumgüterhersteller gestartet, der hochwertige Aromen und andere Zutaten von Symrise bezogen hat. Vor vier Jahren konnte ich dann zu Symrise in das Rohstoff- und Formelmanagement wechseln. Ich arbeitete anfangs intensiv mit Entwicklern, dem strategischen Einkauf und externen Lieferanten zusammen, um sicherzustellen, dass die Rohstoffe sämtliche regulatorischen Standards erfüllen. Später habe mich immer weiter spezialisiert, zum Beispiel auf das Daten- und Informationsmanagement in Datenbanken, SAP und anderen IT-Systemen, in denen wir die Rohstoffe, aber auch unsere Rezepturen verwalten. Besonders spannend finde ich, auf regulatorischer Ebene dabei mitzuhelfen, neue Kategorien zu entwickeln oder auch die Komplexität unserer Arbeit zu reduzieren. Immer wenn ich neue Aufgaben übernommen habe, konnte ich Coachings und Trainings machen. Das hat sehr geholfen. Ein weiterer wichtiger Schritt war mein dreimona­tiger Aufenthalt in der Zentrale in Holzminden. Ich konnte zum Beispiel dem globalen Regulatory Team beitreten und mich mit ausländischen Aromenvorschriften vertraut machen – das war ein riesiger Erkenntnis- und Erfahrungsgewinn.

Diana Food, Frankreich
Antoine Coursault

Alter:40

Familienstand:verheiratet, zwei Kinder

GeburtsortLongeville-Lès-Metz, Frankreich

Heimatstadt:Rennes, Frankreich

In den 16 Jahren, die ich nun im Unternehmen arbeite, habe ich einige berufliche und private Wendepunkte erlebt, positiv wie ­negativ. Sie haben mich geprägt – und ich denke, dass ich heute meine Position auch genau wegen dieser Erfahrungen ausfüllen kann. Ich hatte das Glück, als Teenager vier Jahre auf Martinique leben zu können und hatte immer großes Interesse an fremden Kulturen. Auch deswegen habe ich damals bei Diana Pet Food angefangen. Das Unternehmen bot mir dann mit nur 25 Jahren nach meinem Masterstudium in Lebensmitteltechnik die Möglichkeit, 2003 in Mexiko mit meinem Team einen ganz neuen Markt zu gestalten. Ich musste mich mit einer neuen Kultur und Sprache auseinandersetzen, das war enorm fordernd, aber eben auch spannend.

Einige Jahre später war von einem Tag auf den anderen alles anders: Auf einer Geschäftsreise in Frankreich wurde bei mir Leukämie diagnostiziert. 18 Monate lang kämpfte ich gegen die Krankheit. Die Unterstützung durch Diana Pet Food war fantastisch, ich stand in regelmäßigem Kontakt mit dem Management und meinem Team in Mexiko. Als ich wieder anfing, konnte ich fast nahtlos anknüpfen. Einige Jahre später bekam ich das Angebot, nach Frankreich zurückzukehren, um bei Diana Food im Bereich von Fleisch- und Meeresfrüchten anzufangen, wo ich hauptsächlich an einer strategisch wichtigen neuen Fabrik in den USA arbeitete, in der Zutaten aus Hühnerfleisch hergestellt werden – nach zwölf Jahren in Lateinamerika war das ein erneuter Schritt aus der Komfortzone, bei dem wir vom Unternehmen stark unterstützt wurden. Dann wechselte ich in den Food-Bereich, wo ich mittlerweile als Global Asset Management Director arbeite. Mein Plan für die Zukunft: Ich würde gerne wieder ins Ausland gehen, um meine Erfahrungen mit anderen Sprachen und Kulturen ausbauen und teilen zu können.

Ich habe immer schon gerne mit unterschiedlichen Menschen kommuniziert und ihnen bei der Lösung von Problemen geholfen. Ein Job in der Personalarbeit war und ist für mich immer noch der richtige Ort, um genau das zu tun. Nach meinem ersten Job bei einer ­Beratungsfirma habe ich im Jahr 2003 bei Symrise in der Personalabteilung als Managerin angefangen. Ich kannte das Unternehmen nicht, war aber schnell fasziniert von der krea­tiven und einzigartigen Branche. Außerdem war damals eine sehr spannende Zeit, in der gerade die beiden Vorgängerfirmen Dragoco und Haarmann & Reimer zu Symrise fusionierten. Dieser Merger war natürlich auch für die Human-Resources-Abteilung eine große Herausforderung. Im Laufe der Jahre konnte ich mich hier weiterentwickeln, Schritt für Schritt. Mittlerweile bin ich zum HR-Business-Partner für den Flavor-Bereich und den Corporate Service befördert worden und stimme mit den Führungskräften die Personalarbeit auf die Unternehmensstrategie ab. Der Job kann auch mal sehr viel Stress bedeuten, wie vor einigen Jahren, als zwei Kollegen längerfristig ausgefallen sind und ich eine ganze ­Reihe anderer Aufgaben übernehmen musste. Mit der Hilfe meines Teams und der Vorgesetzten haben wir das aber auch geschafft.

Symrise, China
Lucia Ye

Alter:42

Familienstand:verheiratet, ein Kind

GeburtsortShanghai, China

Heimatstadt:Shanghai, China

Symrise, Mexiko
Victoria Ramirez Tellez

Alter:51

Familienstand:verheiratet, drei Töchter

GeburtsortMonterrey, Mexiko

Heimatstadt:Monterrey, Mexiko

Chemie habe ich schon mit sieben Jahren gemocht. Das Interesse kam durch meinen ältesten Bruder, der Chemieingenieur war. Deswegen habe ich das Fach studiert und direkt danach ein Praktikum bei einer der Vorgängerfirmen von Symrise gemacht. Das Unternehmen war in meiner Stadt Monterrey als besonders guter Arbeitgeber bekannt. Für mich hat sich das bestätigt und deswegen arbeite ich auch schon seit 29 Jahren hier. Über verschiedene Stationen wurde ich Managerin im Prozesskontrolllabor, das ich seit dem Jahr 2007 leite. Wir bewerten die Qualität von Zwischen- und Endprodukten, verbessern diese und sichern die Qualität der Prozesse. Meiner größten Herausforderung musste ich allerdings fünfzehn Jahre zuvor begegnen: Ich wechselte damals vom Labor in den Produktionsbereich, was einen ganz anderen Druck erzeugte. Aber gemeinsam im Team und mit Unterstützung durch die Vorgesetzten konnte ich alle Aufgaben erfüllen. Niemand wird hier alleingelassen – und ich denke, das ist eine der größten Stärken unseres Unternehmens.

Bei Symrise war ich Mechaniker und Lkw-Fahrer, habe im Versand und in der Werkssicherheit gearbeitet – und bin heute im Regu­latory-Bereich für die Kosher- und Halal-Zertifizierung verantwortlich. Das klingt nach einer bunten Karriere, und das ist sie auch. Ich habe Wandel tatsächlich immer als Chance gesehen und nicht als Ärgernis. Und es gab im Laufe der 34 Jahre, die ich im Unternehmen arbeite, sehr viele Veränderungen, die manche meiner Jobs sogar überflüssig machten und manchmal auch nicht unbedingt ein Aufstieg waren. Aber: Das Unternehmen, meine Vorgesetzten und die Personalabteilung glaubten immer wieder daran, dass es eine neue Aufgabe geben würde – und gemeinsam haben wir uns verständigt, bis das Paket für beide Seiten gestimmt hat.

Der größte Schritt kam, nachdem ich einige Zeit als Total-Produc­tive-Maintenance-Koordinator gearbeitet hatte und gemeinsam mit den Produktionsteams Änderungen umsetzen musste. Ich sollte den Rahmen dafür schaffen, koscher- und halal-zertifizierte Produkte in den normalen Entwicklungs- und Produktionsprozess integrieren zu können. Das hat funktioniert: Die Standards, die wir gesetzt haben, müssen heute in der gesamten Branche gehalten werden. Wir sind zudem im Jahr 2018 von IFANCA, dem weltweit größten privaten Halal-Zertifizierer, zum Unternehmen des Jahres gewählt worden. Ein wichtiger Aspekt auf dem Weg dorthin war, dass Symrise mir freie Hand gegeben hat, das von mir entwickelte System zu implementieren. So viel Freiheit und Vertrauen ist sicherlich ungewöhnlich.

Symrise, Deutschland
Norbert Kahmann

Alter:56

Familienstand:verheiratet, zwei Kinder

GeburtsortHolzminden, Deutschland

Heimatstadt:Holzminden, Deutschland

Symrise, Indien
G. Lakshmanan

Alter:50

Familienstand:verheiratet, ein Sohn, eine Tochter

GeburtsortKallapadi, Tamil Nadu, Indien

Heimatstadt:Chennai, Tamil Nadu, Indien

Vor 23 Jahren habe ich mich ohne Berufsausbildung bei Symrise beworben, weil ich gerne in einem international tätigen Unternehmen arbeiten und eine Karriere starten wollte. Heute bin ich stellvertretender Abteilungsleiter im Kunden-Service bei Symrise in Indien. Um in diese Position zu kommen, musste ich selbst viel lernen. Aber ich wurde auch sehr gut vom Unternehmen unterstützt, zum Beispiel durch umfangreiche Weiterbildungsmaß­nahmen.

Im Konzern habe ich als Gabelstaplerfahrer angefangen und konnte mich anschließend im Lager und in der Logistik auszeichnen und auch weiterent­wickeln, bis hin zum Lagerleiter. Der Wechsel zum Kunden-Service im Jahr 2015 war ein Wendepunkt in meiner Karriere. Ich unterstütze hier die Vertriebskollegen im Scent & Care-Bereich. Der Job bedeutet für mich, mehr Verantwortung zu übernehmen. Dabei stehe ich auch direkt mit unseren ­Kunden im Kontakt. Das war anfangs eine echte Herausforderung. Mit der Unterstützung meines Vorgesetzten und der Kollegen habe ich es aber geschafft, was mich genauso stolz macht wie die Auszeichnung als „Bester Arbeitnehmer“ im Jahr 2014. Dieser Titel bedeutet mir viel und motiviert mich ungemein, mich weiter zu engagieren.

Weiterbildung?
Wichtig wie nie!

Die Digitalisierung und der demografische Wandel sind nur zwei von vielen Themen, denen Symrise mit verstärkter Fort- und Weiter­bildung begegnen will. Im Interview erklärt Dr. Iñigo Natzel, Leiter Human Resources, wie Karrieren im Unternehmen langfristig funktionieren können und warum dazu ein strukturierter Wissenstransfer so wichtig ist.

Herr Dr. Natzel, was sind die größten Herausforderungen für Symrise, wenn es um das Personal geht?

Die Transformationsgeschwindigkeit in unserer Welt hat enorm zugenommen. Die Veränderungen sind gewaltig, schauen wir uns alleine die Herausforderungen – und auch Chancen – an, die die Digitalisierung mit sich bringt. Darauf müssen wir unsere Mitarbeiter vorbereiten. Wenn wir das als Unternehmen nicht unterstützen, fallen wir zurück.

Welchen Themen müssen Sie sich darüber hinaus stellen?

Der demografische Wandel in Deutschland und in vielen anderen Ländern steht uns jetzt und in mittelfristiger Zukunft noch viel stärker bevor. Der Anteil der Mitarbeiter, die über 50 Jahre alt sind, hat in den vergangenen fünf Jahren stetig zugenommen. Das ist einerseits schön, weil wir viele loyale Beschäftigte haben, die lange bei uns bleiben und ihre Erfahrungen in unsere Organisation einbringen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass wir in das Wissen dieser Kollegen investieren müssen und sie bewusst unterstützen, damit sie Schritt halten können. Außerdem entwickeln wir parallel eine Plattform, mit der wir den Know-how-Transfer an jüngere Mitarbeiter umsetzen können und auf der wir unsere Richtlinien und Prozesse aufnehmen. Rund 125 Kollegen im Un­ternehmen sind zudem für einige Jahre aus ­ihren Heimatländern weggegangen und arbeiten an anderen Symrise Standorten im Ausland. Sie sorgen für großen interna­tionalen Austausch im Konzern.

Wie holen Sie den Nachwuchs in das Unter­nehmen?

Symrise investiert immer mehr in das Recruiting, auch deswegen, weil der Wettbewerb um die klugen und fähigen Köpfe an vielen Standorten härter geworden ist. Alleine in Deutschland haben wir zum Beispiel neben vielen Praktikanten auch 120 Studierende, die bei uns ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben und zum Teil anschließend bei uns bleiben. Das Investment in die Nachwuchsarbeit hat auch dafür gesorgt, dass die Zahl derjenigen gestiegen ist, die weniger als zehn Jahre im Unternehmen arbeiten. Wir verjüngen uns also stetig. Gleichzeitig müssen wir die Fortbildung noch weiter ausbauen. Sie ist wichtiger denn je, um das Wissen der Beschäftigten auf dem neuesten Stand zu halten, sie in die Lage zu versetzen, noch innovativer zu denken, oder sie für Führungsaufgaben zu qualifizieren.

Können Sie das Engagement in Zahlen fassen?

Wir haben im Jahr 2018 rund 3,5 Mio. € für Weiterbildung ausgegeben. Jeder Mitarbeiter hat im Schnitt 3,7 Tage an Maßnahmen teilgenommen. Diese Arbeitszeit kostet das Unternehmen im Schnitt noch einmal rund 1.000 € pro Beschäftigten. Das ist uns das Ganze aber wert: Wir investieren gerne in die Qualifizierung, was man auch an rund 650 Assessments im vergangenen Jahr sehen kann. Mit ihnen haben wir die Stärken der jeweiligen Mitarbeiter erhoben, um die Entwicklung ihrer Karriere indivi­duell vorantreiben zu können. Für uns ist dabei eines ganz klar: Die Mitarbeiter müssen bereit sein, sich zu verändern und zu ­entwickeln – und wir als Unternehmen müssen diesen Prozess begleiten und unterstützen.